Partielle Sonnenfinsternis

Die Sonnenfinsternis vom 31.5.2003

war in Schottland und auf Island ringförmig zu sehen. In Deutschland kam es nur zu einer partiellen Bedeckung nahe am Horizont. Die Finsternis fand zeitgleich mit dem Internationalen Teleskoptreffen am Vogelsberg (ITV) statt. Leider waren die Wetterbedingungen schlecht. Als einer der wenigen ITV-Besucher hatte ich das Glück, die Sofi beobachten zu können. Auf der etwa 50 km östlich von Fulda gelegenen Wasserkuppe gab es eine Chance. Durch die optimale Horizontsicht gelang es unter der Wolkendecke hindurch auf den freien Horizont zu blicken. Sicher war an vielen Standorten in Deutschland die Finsternis besser zu sehen, doch kein Standort dürfte so dramatisch gewesen sein! Während der Nacht regnete es heftig. In den Morgenstunden war es fast komplett bewölkt, nur einmal waren kurz die 3 Deichselsterne des Großen Wagens zu erkennen. Die Hoffnung war auf dem Nullpunkt gesunken. Erst kurz vor fünf Uhr morgens war im Osten ein schwacher roter Schimmer zu erahnen. Gleichzeit brach im Westen ein Gewitter los und es fielen die ersten Regentropfen vom Himmel. Sicherheitshalber wurde deshalb die elektrische Nachführung erst gar nicht angeschlossen. Um 5:10 Uhr krabbelte ein winziger, grellroter Lichtpunkt über die Bergspitzen der Rhön, während gleichzeitig in Richtung Vogelsberg grelle Blitze über den Himmel zuckten und gelegentlicher Donner die Kulisse untermalte.

Das Foto ist mit einem 120/1000 mm Refraktor auf Fuji 100 ASA Diafilm entstanden:Partielle Sonnenfinsternis 2003

Offenbar ermöglichte die 950m hohe Wasserkuppe unter der Schlechtwetterfront hindurchzublinzeln. Nachträgliche Berechnungen ergaben, dass durch Höhe und Refraktion etwa 1,25 Grad gewonnen wurden. Dies entsprach exakt der Lücke, die als Silberstreif am Horizont freigeblieben ist. Richtung Osten müssen die Bedingungen wesentlich besser gewesen sein. Auf einigen während der Finsternis entstandenen Satellitenbildern sind erst über Sachsen die nächsten Wolkenlücken zu erkennen.

Partielle Sonnenfinsternis 2003 - Satellitenbild

Die Sonne war im 10x20 Feldstecher gefahrlos zu beobachten. Sie sah aus wie ein angeknabberter Keks. Die Farbe erinnerte an den Blick durch einen H-Alpha Filter. Durch die Lage über der Kimm führte die Refraktion zu einer extremen Verformung der Sonnenscheibe. Auch der Mondschatten bekam ein recht seltsames Aussehen.

Auf diesem Bild ist die aufgehende rechte Hörnerspitze, gerade als winziger Lichtpunkt zu erkennen!Partielle Sonnenfinsternis 2003 - Part 1

 

Partielle Sonnenfinsternis 2003 - Part 2

Die Sonnenhöhe nahm rasch zu. Als zwischen den Hörnerspitzen der Gleichstand erreicht wurde, war der obere Teil der Sonne schon hinter den Wolken verschwunden. Auf diesem mit einem 200 mm Tele entstandenen Foto ist fast das Maximum der Finsternis erreicht. Die Sichelspitzen sind schon durch die Wolken verdeckt:

Partielle Sonnenfinsternis 2003 - Part 3

Kurz nach dem Maximum verschwindet die Sonne in den Wolken:

Partielle Sonnenfinsternis 2003 - Part 4

 


 

 

!! EINE WICHTIGE WARNUNG !!

Blicken Sie niemals durch ein Teleskop, ein Fernglas oder ähnliches direkt auf die Sonne. Dies kann zu dauerhaften Augenschäden bis hin zur Erblindung führen! Ein geeigneter Sonnenfilter ist unerläßlich! Decken sie stets auch das Sucherfernrohr ab, um Schäden zu vermeiden! Auch bei der Beobachtung der Sonne mit bloßem Auge sind stets geeignete Schutzbrillen zu tragen, wie sie zum Beispiel hier erhältlich sind!